Erste Phase - Implantation
Die Implantation, also das Einbringen eines Implantats in den Kieferknochen, ist ein chirurgischer Eingriff. Und jede Operation löst bei dem, der das noch vor sich hat, zunächst einmal Angst aus. Das ist verständlich, zumal schon die halbjährliche Kontrolle beim Zahnarzt für die meisten nicht völlig angstfrei ist; Mund und Zähne sind ein sensibler Bereich. Eine Zahnimplantation ist jedoch im Normalfall nicht schlimmer, als wenn ein Zahn operativ entfernt wird.
Der Eingriff wird in der Regel in örtlicher Betäubung vorgenommen. Der Patient bekommt eine Lokalanästhesie und ist somit völlig schmerzfrei. In Ausnahmefällen kann die Implantation auch in Allgemeinnarkose erfolgen. Dies sollte jedoch nur in Kliniken oder speziell dafür ausgerüsteten Praxen erfolgen.
Bild 1
Sobald die örtliche Betäubung gut wirkt, wird zunächst mit einem Schnitt die Schleimhaut über dem Kieferknochen geöffnet und somit der Ort für die vorgesehene Implantation freigelegt (Bild 1). Mit Spezialbohrern werden nun in mehreren Einzelschritten Bohrungen im Knochen vorgenommen, die exakt der Dicke und Länge der Implantate entsprechen (Bild 2).
Bild 2
Dann werden die Implantate in die dafür vorbereiteten Bohrlöcher eingesetzt. Zuletzt wird auf jedes eingebrachte Implantat eine Deckschraube geschraubt und die Schleimhaut darüber vernäht (Bild 3). Das Setzen eines Einzelzahnimplantats dauert ungefähr 30 Minuten. Für vier Implantate muss man etwa ein bis zwei Stunden rechnen. Die Fäden werden nach einer Woche gezogen.
Klingt die örtliche Betäubung ab, tritt ein geringer Wundschmerz auf, der nach der Einnahme eines verordneten Schmerzmedikamentes schnell nachlässt. Am Tag nach dem Eingriff ist üblicherweise mit einer Schwellung und gelegentlich mit kleineren Blutergüssen zu rechnen, die ein paar Tage anhalten können. Verordnete Medikamente, wie zum Beispiel ein Antibiotikum, das eine mögliche Wundheilungsstörung beziehungsweise Infektion vermeiden hilft, sollten gewissenhaft nach den verschriebenen Dosierungen eingenommen werden.
Bild 3
Die Patienten sind in der Regel vorübergehend nicht arbeitsfähig.
Während der regelmäßigen Kontrollen beobachtet der Arzt in der Folgezeit
die ungestörte Wundheilung.
In der sensiblen Frühphase nach einer Implantation sollten die
Implantate unbelastet einheilen. Prothesenträger sollten deshalb ihre
Prothese nicht tragen, um den Druck der aufliegenden Prothese zu
vermeiden. Frühestens nach einer Woche, nach Entfernung des
Nahtmaterials, kann eine Prothese dann vom Arzt im Bereich der gesetzten
Implantate ausgeschliffen und mit einem weichbleibenden, provisorischen
Unterfütterungsmaterial ergänzt werden. Bis zum Freilegen der Implantate
kann so die alte Prothese weiter getragen werden.






