Philosophie

Für Ihre Sicherheit

Aufgrund der Vielfalt der Werbe- und Darstellungsmöglichkeiten im Internet sind viele Menschen oftmals nicht mehr in der Lage zwischen seriöser und unseriöser Werbung zu unterscheiden.
Dies ist leider und auch immer mehr im Bereich der plastischen und ästhetischen Chirurgie der Fall.

Immer häufiger kommen Menschen zu uns, die zuvor von so genannten „Schönheitschirurgen“ „veroperiert“ wurden. Die Korrekturen, die unsere Fachärzte daraufhin durchführen, sind oftmals sehr aufwendig und der Leidensdruck dieser Menschen entsprechend groß.

Der Begriff „Schönheitschirurg, kosmetischer Chirurg, etc.“, ist gesetzlich nicht geschützt.
Aufgrund der restriktiven Gesundheitsreform entdecken viele Ärzte der unterschiedlichsten Fachrichtungen das lukrative Zusatzgeschäft der so genannten „Schönheitschirurgie“ ,indem sie Wochenend- OP- Seminare besuchen, daraufhin eine Teilnahmeurkunde erhalten und sich hiernach, gegenüber unaufgeklärten Menschen, als „Schönheitschirurg“ ausgeben.
So kommt es dazu, dass Dermatologen, Gynäkologen, Zahnärzte und HNO- Ärzte ungeniert das weite und anspruchsvolle Operationsspektrum der plastischen und ästhetischen Chirurgie ausüben, ohne die eigentliche Qualifikation hierfür zu besitzen. Eine Ausbildung für den Fall von Komplikationen während einer OP erfolgt oftmals nicht. Die Ergebnisse sind teilweise katastrophal und das Opfer sind immer Sie, der unaufgeklärte Mensch.

Nur der Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie hat aufgrund eines 6 jährigen Zusatzstudiums die legitimierte Qualifikation plastische und ästhetische Operationen und Eingriffe vorzunehmen.

Es ist mir ein persönliches Anliegen, Ihnen einen kleinen Wegweiser zu empfehlen, wie Sie zwischen seriöser und unseriöser Werbung zu unterscheiden lernen.

  • Achten Sie stets darauf, dass der Arzt Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie ist.
  • Erkundigen Sie sich darüber, ob er im Angestelltenverhältnis oder selbstständig tätig ist.
  • Lesen Sie seinen Lebenslauf und achten auf die Berufserfahrung (mindestens 10 Jahre).
  • Meiden Sie im Internet so genannte „Checkportale“ oder „Beautyreportportale“, die Ihnen den „Topchirurgen“ versprechen. Solche Portale werden kommerziell betrieben. Die Betreiber machen jeden Arzt zum „Topchirurgen“, wenn dieser für seine Listung nur genug zahlt. Den Betreibern mangelt es, trotz aller Recherchen, die sie Ihnen weismachen wollen, an der Qualifikation einen befähigten Arzt auszumachen. Hier geht es nur um Profit der Portalbetreiber.
  • Eine neue fragliche Zeiterscheinung, aber mit gleicher Machart, sind die so genannten „Assistenzportale“. Hier wird allerdings das Interesse am Profit noch deutlicher, da interessierte Personen zunächst einen Unkostenbeitrag zahlen sollen, bevor sie den so genannten „Topchirurgen“ in Ihrer Nähe benannt bekommen. Die Machart ist immer gleich! Zunächst wird von katastrophalen OP- Ergebnissen berichtet und dann gibt man vor qualifiziert den „Topchirurgen“ recherchiert zu haben. Zum „Topchirurgen“ wird auf solchen Portalen automatisch immer der, der für eine Listung, z.B. über einem Zeitraum von 6 Monaten einen hohen Geldbetrag an den Portalbetreiber zahlt.
  • Dann gibt es noch die „Deutschen Service GmbHs“, die das Spektrum der plastischen Chirurgie zu „sensationell günstigen Preisen“, vor dem Hintergrund einer hohen OP- Auslastung, anbieten. Genau das Gegenteil ist der Fall und solche Gesellschaften präsentieren Ihre Ärzte, die stets im Dunklen wirken, auch im Internet nicht. So kommt es dazu, siehe Focus 14/06 „Der Albtraum- Busen“, das Patienten zum Zwecke einer Brustvergrößerung an „HNO- Ärzte“, wie im vorliegenden Fall vermittelt werden. Das katastrophale Ergebnis war vorhersehbar und der Leidensdruck solcher im Focus beschriebenen Menschen entsprechend groß.
  • Vielfältige Zertifikationen und Siegel schmücken Kliniken und Praxen und sollen „Sicherheit“ vorspiegeln. Solche bestätigen jedoch nur Arbeitsabläufe und nicht das manuelle Geschick, die Berufserfahrung und die Qualifikation des operierenden Arztes. Hier sei angemerkt, dass jede Privat- oder Praxisklinik so strengen behördlichen und konzessionären Auflagen von Seiten der Gesundheitsbehörden unterliegt, dass es auf weitere „Siegelchen“ und „Zertifikationen“ absolut nicht ankommt. Diese sollen Sie stets nur in Sicherheit wiegen.
  • Dann gibt es da noch die „populären Schönheitschirurgen“ unserer Zeit, die keinen Event und keine Veranstaltung, bei denen auch das Fernsehen oder die Presse anwesend sind, auslassen, um auf diese Art und Weise einen, wenn auch zweifelhaften Bekanntheitsgrad zu erreichen. Solche Ärzte, die sehr oft ebenfalls keine Fachärzte für plastische und ästhetische Chirurgie sind, werden dann aufgrund hoher Medienpräsenz plötzlich die „Topchirurgen Deutschlands“ ohne die eigentliche Qualifikation hierfür zu besitzen.
  • Lassen Sie sich auch nicht von „tausendfach“ durchgeführten Operationen in Sicherheit wiegen. Es ist schon ein Unterschied, wenn ein HNO- Arzt mit 20.000 Operationen wirbt, davon aber tatsächlich 19.900 Nasenscheidewandoperationen (Routineeingriff) und nur 100 ästhetische Operationen durchgeführt hat.
  • Lassen Sie sich auch nicht von „Großen Kliniken“ beeindrucken. Hier gilt oftmals „mehr Schein als Sein“ und der Kostendruck solcher Kliniken ist so groß, dass der Mensch, also Sie, um jeden Preis für eine Operation mit den schillernsten Aussagen geworben werden soll.
  • Auch Billigoperationen im Ausland bergen stets ein hohes Risiko in der Nachversorgung und wenn etwas Schief geht, auch bei der Rechtsverfolgung.

Bitte bleiben Sie gesund und folgen Ihrem Gespür und gesundem Menschenverstand. Suchen Sie im Internet nur Homepages von Kliniken und Ärzten auf und machen sich Ihr eigenes Bild. Holen Sie sich Erkundigungen bei den Berufsvereinigungen oder der zuständigen Ärztekammer ein.

Herzlichst Ihre Elke Schwiegel