Cellulite-Behandlung
Erkrankung und Ästhetik
Bevor wir Sie über die Ursachen der Cellulite informieren, möchten wir zu der Frage Stellung nehmen: Was ist eigentlich Cellulite?
Unter Cellulite versteht man unter medizinischen Gesichtspunkten eine Bindegewebsschwäche, deren Symptomatik aus mehreren Ursachen gespeist wird. Der Vorgang, der zu dieser Symptomatik führt, kann wie folgt beschrieben werden: Zunächst werden in den Fettzellen bestimmter Körperregionen Fette gespeichert. Dies führt zu einem Anwachsen der Fettzellen. Die Fettzellen sind eingelagert in Bindegewebsstränge, die sich nicht im selben Maße ausdehnen wie die Fettzellen. Die durch das Anwachsen der Fettzellen entstandenen Verformungen haben Ähnlichkeit mit einer Orangenoberfläche, daher auch der volkstümliche Name "Orangenhaut" für dieses Phänomen. Durch die Verformungen wird insbesondere die notwendige Blutzufuhr gehemmt. Auch andere Körperfunktionen wie das ungehinderte Funktionieren des Lymphsystems werden mit betroffen. Das führt dazu, dass die vom Körper produzierten Stoffwechselprodukte nicht in gleichem Umfang abgebaut werden können, wie sie produziert werden. Deshalb bilden sich Depots, die die Schlacken im Körper ablagern. Diese Depotbildung führt zur Schwächung des Bindegewebes, die dann wiederum die allen bekannten Strukturen zu verschlimmern hilft. Dieser Vorgang beginnt in der Pubertät und findet seine Fortsetzung vor allem während des Alterungsprozesses.
Gerade die Therapieresistenz des Symptoms deutet darauf hin, dass vielfältige Ursachen, auch systemische, dem Phänomen zugrunde liegen. Wir möchten hier den Begriff Phänomen gebrauchen, denn es ist immer noch umstritten, ob mit dem Begriff Cellulite überhaupt eine Krankheit bezeichnet wird.
Vielmehr handelt es sich um einen Prozeß, der sicher aus vielfältigsten Wechselwirkungen und Mechanismen gespeist wird und der eindeutig eine ästhetisch unangenehme Wirkung erzeugt.
Im einzelnen können hier folgende Zusammenhänge benannt werden:
Die genetische Komponente beleuchtet, inwieweit Vererbung und genetische
Dispositionen mitverantwortlich sind für die Entstehung des Phänomens.
Es kann als gesichert gelten, dass genetische Faktoren mit zu den
beeinflussenden Grundlagen gehören. Wenn die genetische Disposition
erläutert wird, führt dies bei den betroffenen Patientinnen häufig zu
Kommentaren wie: "Dann ist ja nichts daran zu ändern" und damit zur
schicksalhaften Annahme der Unveränderbarkeit.
Dies ist nicht damit gemeint, im Gegenteil: Gerade wenn eine erhöhte Anfälligkeit für die Symptomatik vorliegt, sollten die Schwächepunkte gestärkt und die Systemstärken dazu genutzt werden, die Symptomatik zu verringern.
Hormonelle Veränderungen insbesondere während der Pubertät, während und nach einer Schwangerschaft und in der Menopause können ebenfalls das Symptom stark beeinflussen. In allen Gesellschaften und unter verschiedensten Lebensumständen findet sich dieselbe Problematik, allerdings mit der Beschränkung auf das weibliche Geschlecht. Der Zusammenhang von geschlechtsspezifischen Vorgängen und dabei insbesondere hormonellen Veränderungen und Cellulite gilt als gesichert. Dabei ist zu beachten, daß die Unterschiedlichkeit von Mann und Frau sich auf zwei Aspekte konzentriert, die aus Sicht der Frauen eigentlich positive Körperfunktionen zu übernehmen helfen: Das Bindegewebe der Frau unterscheidet sich vor allem deshalb von dem des Mannes, weil es während der Schwangerschaft und der Geburt starken Dehnungen ausgesetzt wird. Um diese Dehnfähigkeit zu erreichen, werden durch hormonelle Steuerung die Gewebestrukturen umgruppiert, sodass es zu dem bekannten Muster von Verwölbungen und Vertiefungen kommt. Zweitens unterscheidet sich auch die Größe der Fettzellen in den betroffenen Regionen gegenüber denen des Mannes. Die Fettdepots der Frau können an bestimmten Stellen eine um den Faktor 10 größere Menge an Fetten speichern als die des Mannes. Aber auch für diese geschlechtsspezifischen Ursachen gilt: Allein determinieren sie nicht den Grad der Ausbildung der Cellulite.
An dritter Stelle sind Umweltfaktoren zu nennen. Zwar kommt das Phänomen Cellulite in allen Gesellschaften vor, unsere heutige Wohlstandsgesellschaft jedoch mit ihren spezifischen Formen von Herausforderungen und schnellen Veränderungen auch der persönlichen Lebensgewohnheiten (z.B. die fortschreitende Umstellung der Ernährung auf Fast-Food, die Einnahme der Pille, Stress) sind wichtige Vorgänge, die mit zur Celluliteentstehung beitragen. Das häufigere Auftreten der Cellulite ist eindeutig auf diese Ursachen zurückzuführen.
Schließlich und endlich kommen die Ursachen der persönlichen
Lebensführung für die Ausgestaltung des Phänomens zum tragen.
Insbesondere die erlernten Ernährungsgewohnheiten können das Auftreten
stark beeinflussen. Die genetische Disposition, die hormonellen Abläufe
und die soziale Umwelt sind von Ihnen nicht oder nur sehr schwer zu
verändern. Die eigenen Routinen und Gewohnheiten, sind sie erst einmal
bewusst geworden, lassen sich jedoch von Ihnen verändern. Wie ich mich
dem Problem stelle, welche Aktivitäten ich entwickle, wie ich meine
Ernährung verändere, wie ich mich bewege, all diese Faktoren sind
beeinflussbar und können verbessert werden.
Diese ursächlichen Zusammenhänge machen deutlich, wieso der Cellulite
nicht mit einfachen Mitteln beizukommen ist. Da unsere Therapie
symptomorientiert und systemorientiert ist, kann sie das Wohlbefinden
insgesamt beeinflussen. Wenn durch therapeutische Maßnahmen in das
Gesamtsystem eingegriffen wird, kann oft mehr als nur die Verbesserung
Ihrer Cellulite erreicht werden. Lebendigkeit, Spannkraft, Vitalität,
Umgang mit Streßfaktoren, Aussehen sowie Zustand der Haut werden
ebenfalls positiv beeinflußt.






