Cellulite-Behandlung
Möglichkeiten und Grenzen
In keinem anderen Bereich lassen sich die Möglichkeiten und Grenzen
einer Therapie so schlecht ziehen wie im Bereich Cellulite. Hierfür gibt
es mehrere Gründe. Einerseits haben wir es mit einem Symptom zu tun, das
sich gegenüber Behandlungen als äußerst therapieresistent gezeigt hat;
andererseits hat nahezu jede zweite Frau unter dieser Symptomatik zu
leiden, weshalb von der kosmetischen und pharmazeutischen Industrie
immer neue Produkte angeboten werden. Jede Kosmetikerin bietet ein
Programm gegen Cellulite. Hunderte unterschiedlicher Substanzen, Wickel,
Mixturen jeglicher Art versuchen der Problematik Herr zu werden - mit
mehr oder minder großem Erfolg.
Am einfachsten lässt sich die Symptomatik temporär positiv beeinflussen.
Einige der eingesetzten Substanzen sind in der Lage, den Wassergehalt
des Gewebes zu reduzieren. Die damit verbundene Straffung des Gewebes
vermittelt den Eindruck einer tatsächlichen Besserung - bis sich der
alte Zustand wieder hergestellt hat, was meist nach 2-3 Monaten der Fall
ist.
Die Schwierigkeit besteht darin, dass eine Behandlung der Symptomatik allein noch keine langfristigen Ergebnisse erzielen kann. Hierzu sind weitere, das System des gesamten Körpers beeinflussende Schritte notwendig. So ist der Aktivitätsgrad des lymphatischen Systems eng mit dem Fortschreiten der Cellulite verbunden. Das Lymphsystem ist für den Abbau und Abtransport von Stoffwechselprodukten (für gewöhnlich auch Schlacken genannt) verantwortlich, die sich sonst im Gewebe ablagern. Ist diese Aktivität durch äußere oder innere Ursachen in Mitleidenschaft gezogen oder produziert der Körper zu viele dieser Stoffe, kann dies die Symptomatik ernsthaft verschlimmern oder im umgekehrten Fall verbessern, wenn eine Aktivierung der Lymphtätigkeit erzielt werden kann.
Aber auch die Abläufe, die diese Schlacken erst produzieren, können beeinflußt werden. Bewegung und Ernährung sind hier als zwei der wichtigsten Faktoren zu nennen, deren Routinen häufig ganz unbewusst das Auftreten der Symptomatik erst begünstigt haben. Die Frage der Veränderung der Routinen und Lebensgewohnheiten steht hier ganz oben auf der Tagesordnung. Sie wissen und haben es sicher bereits am eigenen Leib erfahren, dass es oft sehr, sehr schwer ist, Gewohnheiten und gelernte Verhaltensweisen zu verändern. Die Stärke des Willens, die Akzeptanz von Veränderungen durch das soziale Umfeld, die Aufklärung über Alternativen sind entscheidende Aspekte, die diesen ganzen Problemkreis bestimmen und beeinflussen.
Hinzu kommt, dass die Symptomatik selten allein auftritt. Wäre dies der Fall, könnten unsere behandelnden Ärzte und Helfer gezielter therapieren. Die am häufigsten auftretenden Kombinationen sind eine Erschlaffung der Haut und damit Faltenbildung oder ein Auftreten von Fettpolstern an den von Cellulite betroffenen Stellen. Diese Symptome lassen sich nicht mit den Instrumenten bekämpfen, die der Arzt für die Cellulitetherapie zur Verfügung hat. Die eigentliche Cellulite mag sich nach einigen Monaten zurückgebildet haben, der Patientin ging es aber in Wirklichkeit auch um eine Veränderung der Körpersilhouette, die durch die Bausteine der Cellulitetherapie allein nicht zu erreichen ist.
Es ist deshalb unbedingt notwendig, Ihre Wünsche und Bedürfnisse genau zu erkennen und Ihnen möglicherweise auch weitergehende Therapien oder Behandlungen anzubieten, die mit dem eigentlichen Problem der Cellulite nur bedingt zu tun haben. Als Verfahren stehen hier die operative Hautstraffung und die Liposuction (Fettabsaugung) zur Verfügung. Wann und unter welchen Bedingungen solche Verfahren zum Einsatz kommen sollten, gehört ebenfalls unbedingt in eine persönliche Beratung und den zu entwickelnden persönlichen Therapieplan.
Die beschriebenen Faktoren können Ihnen einen Einblick vermitteln in die Gesamtproblematik. Erfolge im Kampf gegen die Cellulite sind deshalb nur ganz individuell zu bestimmen, im persönlichen Gespräch werden Ihnen die Bedingungen erläutert, die eine Verbesserung unterstützen oder behindern können und Sie sollten wissen, dass nur eine Kombination unterschiedlicher Therapiebausteine in Verbindung mit der Veränderung Ihrer Lebensgewohnheiten eine deutliche Verbesserung erzielen kann. Vor diesem Hintergrund werden wir Sie realistisch über die Erfolgsaussichten informieren.
Wir möchten allerdings betonen, dass unsere Therapie in der Regel in den ersten Monaten eine häufige Anwesenheit in unserer Clinic zur Folge hat (1-2 mal in der Woche). Damit sind wir beschränkt auf einen Umkreis von ca. 1oo km um Dortmund, der eine solche Mobilität noch zuläßt.
Diese räumliche Einschränkung beinhaltet die zweite Einschränkung gleich mit: Sie sollten die Zeit zur Verfügung haben, die notwendig ist, um die Therapie erfolgreich durchzuführen, im ersten Monat zweimal die Woche, in den folgenden zwei Monaten einmal die Woche, nach und nach abnehmend bis zu einmal monatlich, einmal alle drei Monate.
Eine dritte Grenze besteht sicher auch bei einigen Patientinnen in den anfallenden Kosten. Unsere Therapie spricht einen Patientenkreis an, der über die notwendigen Mittel verfügt, sich einer derart intensiven Therapie mit persönlicher Begleitung zu unterziehen.






