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Gastric Banding / Magenband - Fragen und Antworten

Die Gastric Banding / Magenband-Behandlung wird an unserem Standort in Steinheim von Dr. med. Christoph Konermann durchgeführt. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an unser Team in Steinheim.

Was bedeutet Adipositas?

Adipositas ist eine übermäßige Vermehrung oder Bildung von Fettgewebe mit allgemeiner Anlagerung oder Speicherung von Fett. Sie reflektiert eine positive Energiebilanz. Dies bedeutet, dass ein eklatantes Missverhältnis zwischen Energiezufuhr und Energieverbrauch besteht.

Von Noorden, ein vor mehr als 100 Jahren lebender Diabetologe, definiert die Adipositas bereits als unmäßige Fettgewebsentwicklung, die Nachteile für den Gesamtorganismus einzelner seiner Teile und derer Funktion mit sich bringt. Seiner Zeit vorausschauend erkannte er Adipositas als einen krankhaften Zustand auch bei sonst gesundem Körper an, da der Fortbestand oder die Weiterentwicklung des krankhaften Übergewichtes die Quelle späteren Unheils darstelle.

Morbide Adipositas stellt nach heutigem Kenntnisstand nachweislich eine erhebliche Gesundheitsgefahr mit einem erhöhten Risiko für Diabetes, Gelenkproblemen, arteriellem Bluthochdruck und Darmkrebs dar. Häufig bestehen auch begleitend Lungenerkrankungen wie Asthma bronchiale, Schlafapnoe-Syndrom oder allgemeine Belastungsluftnot. Es ist ein vermehrtes Auftreten von Hypercholsterinämien, hormonellen Dysregulationen, Leber- und Gallensteinerkrankungen, gastroösophagealer Refluxkrankheit und psychischen Störungen bekannt. Das so genannte „Metabolische Syndrom“, ein kombiniertes Auftreten des Diabetes mellitus, der Hypercholesterinämie und des arteriellen Bluthochdruckes, stellt insbesondere bei der krankhaften Adipositas ein auf die Lebenserwartung Einfluss nehmendes Risiko dar. Schwere Gefäß- und Herzerkrankungen werden in ihrem Auftreten begünstigt und führen häufig zum vorzeitigen Tod.

Warum operative Intervention bei krankhafter Fettsucht (Adipositas)?

Der Anteil übergewichtiger Menschen in den Industrieländern nimmt stetig zu. Folge dieser Entwicklung ist, dass Krankheiten die durch die Adipositas begünstigt werden, gehäuft auftreten. Diese so genannten „konsekutiven“ Begleiterkrankungen, wie Diabetes mellitus, arterielle Hypertonie (Bluthochdruck), Hypercholesterinämie, - metabolisches Syndrom -, Arthrose (Gelenkerkrankung), Schlafapnoe-Syndrom, Asthma bronchiale, Belastungsluftnot, gastroösophageale Refluxkrankheit, Leber-/Gallensteinerkrankungen, hormonelle Dysregulationen, Psychosen, Krebs, Gefäß- und Herzerkrankungen etc., können insbesondere auch durch die Notwendigkeit einer regelmäßigen, zum Teil lebenslangen Medikamenteneinnahme eine deutliche Minderung der Lebensqualität herbeiführen. Fettsucht und ihre Begleiterkrankungen haben Einfluß auf die Lebenserwartung.

Patienten, deren Körpergewicht 75 % über dem Normalgewicht liegt, haben eine um 5 bis 10 Jahre geringere Lebenserwartung als der Bevölkerungsdurchschnitt.

Ein weiteres Problem der krankhaften Fettsucht kann die psychosoziale Isolation darstellen. Die Werbung suggeriert der heutigen Gesellschaft einen schlanken Körperbau als so genanntes Schönheitsideal. Da fettsüchtige Patienten dieser Vorstellung widersprechen, werden sie häufig despektierlich beobachtet und mit zum Teil diskriminierenden Äußerungen bedacht. Als Folge dieses Fehlverhaltens der Gesellschaft können Vereinsamung und Depressionen entstehen. Es gibt somit eine Vielfalt von Gründen, die den Wunsch auf eine deutliche Gewichtsreduktion bei krankhafter Fettsucht verständlich machen. Den Betroffenen stehen verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung, wobei konservative Maßnahmen wie Diäten, Bewegungstherapien, Psychoverhaltenstherapien, Hypnose und Akupunktur zunächst im Vordergrund des Behandlungsspektrums stehen. Leider führen konservative Therapiemaßnahmen bei der krankhaften Fettsucht häufig nur zu einer kurzfristigen und unzureichenden Gewichtsreduktion. Hier bietet sich in ausgewählten Fällen die Möglichkeit einer chirurgischen Intervention.

Wie ist die krankhafte Fettsucht definiert?

Von krankhafter Fettsucht spricht man bei einem Übergewicht von 45 kg über dem Idealgewicht (Körpergröße in cm minus 100 minus 10 %) oder bei doppeltem Normalgewicht.
Zur Berechnung des Übergewichtes dient auch der Body-Mass Index (BMI), der das Körpergewicht in Beziehung zur Körperlänge setzt.
Bei einem BMI von mehr als 30 wird eine krankhafte Fettsucht angenommen, die mit einer Verminderung der Lebenserwartung einhergeht.

Klasse BMI (kg / m²)
Normalgewicht 20 – 24,9
Übergewicht (Adipositas I°) 25 – 29,9
Adipositas (Adipositas II°) 30 – 39,9
Extreme Adipositas (Adipositas III°) > 40

Was bewirkt der operative Eingriff?

Der operative Einbau (Implantation) eines Silikon Magenbandes (Gastric Banding) ist ein die Nahrungsaufnahme limitierender (restriktiver) Eingriff. Die Operation erfolgt ohne eingreifende und bleibende Veränderungen der Anatomie. Es ist ein wenig invasives Verfahren, welches bei einem BMI zwischen 40 und 50 kg / m² erfolgreich eingesetzt werden kann. Der durchschnittlich durch dieses operative Verfahren erreichbare Übergewichtsverlust beträgt 40 – 60 %. Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie sind jedoch eine hohe Kooperationsbereitschaft und Selbstdisziplin des Patienten. Der Patient muß auf sein, durch das Magenband herbeigeführte frühe Sättigungsgefühl hören und seine Nahrungsaufnahme frühzeitig unterbrechen. Er darf keine hochkalorischen Getränke und Süßigkeiten zu sich nehmen, da diese das Magenband ungehindert passieren können. Der Patient ist daher in einem hohen Maße eigenverantwortlich für den Erfolg oder Misserfolg dieser operativen Therapie. Das Gastric Banding bietet bei Beachtung gewisser Regeln eine Starthilfe und Reglementierung zur dauerhaften Gewichtsreduktion.

Die Platzierung des Silikon-Magenbandes erfolgt in der Regel mit der Schlüssellochtechnik (laparoskopisch). Es werden 5 kleine etwa 1-2 cm große Hautschnitte erforderlich, über die Arbeitskanäle (Trokare) in den Bauchraum eingebracht werden, die zur Platzierung von Kamera und Arbeitsgeräten dienen. Das Magenband wird bei diesem Eingriff um den Mageneingang herumgelegt, wodurch die Nahrungsaufnahme stark eingeschränkt ist. Krankhafte Fettsüchtige müssen somit nach Platzierung des Magenbandes ihre Mahlzeiten regelmäßig portionieren.

Dr. Lubomyr I. Kuzmak, Chirurg in Livingston – New Jersey (USA) entwickelte 1983 das Silikon- Magenband System. Die Weiterentwicklung dieses Bandsystems führte 1986 zum heute angewandten verstellbaren Silikon-Magenband. Es besteht aus einem knapp 2 cm breiten, gewebefreundlichen Silikonband, das zu einem etwa 5 cm im Durchmesser großen Ring geschlossen werden kann. Das mit Flüssigkeit füllbare Band wird laparoskopisch (per Bauchspiegelung) um den oberen Magenteil gelegt, wodurch der Magen in zwei ungleich große Teile aufgeteilt wird. Es entstehen so ein etwa 30 ml fassender kleiner „Vormagen“ (Pouch) und ein voll funktionsfähiger großer „Restmagen“. „Vormagen“ und „Restmagen“ werden durch eine etwa 10 mm große Verbindungsöffnung, die man auch Stoma nennt, getrennt. Durch Injektion von Flüssigkeit über ein unter der Haut auf der Muskulatur implantiertes Reservoir mit Schlauchverbindung zum Silikon-Magenband kann der Stomadurchmesser auch jederzeit postoperativ noch variiert werden.

Welche Vorteile bietet das verstellbare Silikon-Magenband?

Das verstellbare Magenband System ist:

  • der geringfügigste operative Eingriff, da am Magen nicht geschnitten werden muß
  • die einzige Methode mit einer genauen Einstellung von Stoma und oberen Magenanteil
  • die einzige Methode, die eine Veränderung des Stomadurchmessers ohne weitere Operation ermöglicht.
  • die einzige Methode, die nach primär nicht geplanter Entfernung des Bandes die Rückführung des Magens in seinen ursprünglichen Zustand Erlaubt.

Wann kommt die operative Platzierung des verstellbaren Silikon-Magenbandes für Sie in Frage?

Um für eine Silikon-Magenband Operation in Frage zu kommen, müssen folgende
Kriterien erfüllt sein:

  • Sie haben ein Body Mass Index (BMI) von mindestens 35 kg / m² (z.B. 102 kg / 170 cm).
  • Sie sind mindestens 18 Jahre alt und nicht älter als 65 Jahre.
  • Sie sind aufgrund ihrer krankhaften Fettsucht seit mindestens 5 Jahren in ärztlicher Behandlung.
  • Es ist ihnen bisher nicht gelungen, ihr Übergewicht durch alternative, nicht operative Maßnahmen dauerhaft zu senken.
  • Sie leiden nicht an anderen Erkrankungen, die ihre Fettleibigkeit verursachen.
  • Sie sind bereit und in der Lage, ihre Eßgewohnheiten drastisch und dauerhaft zu verändern und an ambulanten Kontrollen ihres behandelnden Chirurgen regelmäßig teilzunehmen.
  • Sie sind bereit, die von uns zur präoperativen Abklärung nötig angesehenen Untersuchungen durchführen zu lassen.

Diese Kriterien sind als Mindestanforderung zu verstehen, um für die operative Platzierung des Silikon-Magenbandes in Frage zu kommen. Nähere Einzelheit erfahren Sie in unseren informativen Vorträgen und Aufklärungsgesprächen.

Wie gestaltet sich der stationäre Verlauf und wie wird die laparoskopische Platzierung des Silikon-Magenbandes durchgeführt?

Ein bis zwei Tage vor der Operation werden Sie stationär in unserer Klinik aufgenommen. Der operative Eingriff wird in Vollnarkose durchgeführt. Über kleine Hautschnitte verschafft man sich Zugang zum Magen. Unter Sicht der Bauchkamera wird das verstellbare Magenband um den oberen Magenanteil nach Tunnelung der Magenhinterwand herum gelegt und durch Nähte in seiner Position fixiert. Anschließend wird das Injektionsreservoir mit dem zum Magenband führenden Verbindungsschlauch im Fettgewebe unter der Haut implantiert. Nach dem diese Operationsschritte durchgeführt worden sind, werden die kleinen Hautschnitte durch Nähte verschlossen und mit einem sterilen Pflasterverband abgedeckt.

In der ersten postoperativen Phase bleiben Sie nüchtern und erhalten eine Infusionstherapie. Mit dem Kostaufbau wird nach ärztlicher Beurteilung begonnen. Bereits während Ihres stationären Aufenthaltes in unserer Klinik wird Ihnen durch eine Ernährungsberatung ein speziell auf Sie abgestimmter Ernährungsplan nahe gebracht. Viel Bewegung fördert Ihre rasche Genesung von der Operation und unterstützt Sie, Ihrem Fernziel näher zu kommen. Die durchschnittliche Krankenhausaufenthaltsdauer beträgt bei problemlosem postoperativen Verlauf etwa 10 Tage.

Welche Gefahren und Komplikationen birgt der Roux-en-Y Magenbypass?

Die Operationstechnik ist sehr komplex und bietet alle gängigen Komplikationsmöglichkeiten der Bauchchirurgie. Im Gegensatz zum Magenband werden grundlegende Veränderungen am Verdauungsapparat vorgenommen. Die Neuverbindungen zwischen Magen und Dünndarm stellen ein potentielles Risiko dar. Die Komplikationsrate wird bei laparoskopischer Technik mit 5 % angegeben (gegenüber 16 % bei offener Operation). Anämie (Blutarmut) durch Eisenmangel, Vitamin B12- und Folsäuremangel stellen die häufigsten Langzeitfolgen eines Magenbypasses dar. Deshalb muß mindestens einmal jährlich durch eine Injektion Vitamin B12 verabreicht werden. Menstruierende Frauen benötigen eine zusätzliche Medikation von Eisenpräparaten. Nach der Operation klagen viele Patienten über Erbrechen und ein Dumping-Syndrom, wenn sie sich nicht streng an die Ernährungsrichtlinien halten.

Zur Schwangerschaftsverhütung ist die „Pille“ nach Magenbypass nicht mehr zuverlässig. Es müssen andere Verhütungsmethoden ergriffen werden. Die Hormonpräparate der Pille können jedoch auch durch Injektion verabreicht werden. In der Literatur sind spontane Todesfälle durch postoperatives Herzversagen beschrieben.