Behandlungsverfahren der Schweißdrüsenabsaugung bei Hyperhidrose / Hyperhidrosis u.a. WAL / Wasserstrahl-assistierte Schweißdrüsenabsaugung
Es wird zwischen konservativen und operativen Maßnahmen unterschieden:
Konservative Behandlung:
Antitranspirantien: Substanzen, die lokal aufgetragen werden und
durch Verschließen der Drüsenausführungsgänge die Schweißbildung
unterdrücken. Die bekannteste Substanz ist Aluminiumchlorid. Da die
verfügbaren Fertigprodukte diesen Wirkstoff in nur geringen Dosierungen
enthalten, ist zu empfehlen, sich gegebenenfalls in einer Apotheke eine
höherprozentige Aluminiumchloridlösung herstellen zu lassen. Ein
Nachteil dieser Substanz ist, dass sie hautreizend wirkt und nach dem
Auftragen häufig Brennen und Jucken auftritt. Je nach Körperstelle
empfehlen sich unter Umständen unterschiedliche Konzentrationen, die
optimale Dosierung muss dann ermittelt werden.
lontophorese: auch lontopherese genannt. Diese
Gleichstromanwendung, häufig als Bäder ausgeführt, führt zur
Verminderung der Schweißdrüsen- aktivität . Der genaue Wirkmechanismus
ist unbekannt. Da bei dieser Behandlung die Ausrüstung mit einem
lontophoresegerät , Wannen etc. benötigt wird, kann sie zu Beginn nur
sinnvoll in einer Arztpraxis durchgeführt werden. Die lontophorese ist
zur Behandlung von Hand-, Achsel- und Fußschweiß geeignet. Um über
Erfolg oder Misserfolg urteilen zu können, muss auch die lontophorese
mindestens 2 Monate konsequent durchgeführt werden.
Botulinumtoxin (Botox): Mittels vieler Einspritzungen des
Botulinum-Giftes / Botox unter die Haut (subepidermale Botulinumtoxin- /
Botox-Injektionen) soll die Nervenleitung blockiert werden. Diese
elegante Methode wird in den letzen Jahren zunehmend häufiger angewendet
und es liegen gute Erfahrungsbericht vor. Vorteile: ein definiertes
Hautareal kann „ausgeschaltet“ werden; es ist keine Operation nötig.
Nachteile: die Wirkung ist zeitlich begrenzt auf drei bis neun
Monate (die Behandlung muss dann ggf. wiederholt werden); der Wirkstoff
Botulinumtoxin / Botox ist teuer; die Substanz hatte lange Zeit noch
keine Zulassung für die Behandlung der Hyperhidrose / Hyperhidrosis und
folglich musste die Behandlung (man sprach hier von
„Behandlungsversuchen“) von den Krankenkassen nicht übernommen werden.
Zwischenzeitlich gibt es jedoch für die Behandlung der Hyperhidrose /
Hyperhidrosis Botulinumtoxin- / Botox-Präparate, die als Arzneimittel
zugelassen sind, und somit von den Krankenkassen übernommen werden.
Operative Behandlung der Hyperhidrose / Hyperhidrosis:
Lokale Schweißdrüsenexzision (in der Achsel):
über einen oder mehrere Schnitte wird ein Hautareal mitsamt den
Schweißdrüsen herausgeschnitten. Hautprobleme sind hier häufiger
auftretende Wundheilungsstörungen und große sichtbare Narben. Die
Entfernung des gesamten schwitzenden Areals ist meist nicht möglich.
Subkutane Schweißdrüsenkürettage (in der Achsel):
über kleine Hautschnittzugänge wird die Haut untertunnelt und von der
Unterlage abgehoben. Die Hautunterseite wird ausgeschabt. Bei dieser
Technik werden weniger die in der haut sitzenden Schweißdrüsen entfernt,
als vielmehr die zu ihnen führenden Nervenausläufer durchtrennt. Der
Eingriff ist wenig belastend, da in örtlicher Betäubung durchführbar.
Eine völlige Trockenheit wird dabei meistens nicht erreicht. Ferner
besteht eine höhere Rückfallprognose.
Subkutane Schweißdrüsen-Saugkürettage / Schweißdrüsenabsaugung:
Weitergehende Variante der Schweißdrüsenkürettage, bei der, ähnlich wie
bei der Fettabsaugung, Unterhautfettgewebe über kleine
Hautschnittzugänge abgesaugt wird. Auch hierbei werden insbesondere die
Nerven zu den Schweißdrüsen im Unterhautfettgewebe durchtrennt.
Zusätzlich werden die Schweißdrüsen teilweise „ausgeschabt“. Auch dieser
Eingriff ist in örtlicher Betäubung durchführbar und bietet eine
weitergehende Trockenheit. Die Rückfallwahrscheinlichkeit ist geringer,
aber nicht ausgeschlossen.
WAL / Wasserstrahl-assistierte Schweißdrüsenabsaugung / subkutane
Schweißdrüsen-Saugkürettage:
Die WAL / wasserstrahl-assistierte Schweißdrüsenabsaugung ist derzeit
das modernste Verfahren, das einen wirklich schmerzfreien Eingriff in
örtlicher Betäubung ermöglicht. Die Haut wird bei der WAL /
Wasserstrahl-assistierten Schweißdrüsenabsaugung sehr gleichmäßig und
schonend vom Untergrund gelöst. Dadurch werden sowohl die zuführenden
Nerven unterbrochen, als auch die anschliessende gleichmässige
Ausschabung der Schweißdrüsen erleichtert. Zudem kommt es bei diesem
Verfahren nicht zu nennenswerten Blutungen während der Operation.
Für wen ist die Schweißdrüsenabsaugung / Schweißdrüsen-Saugkürettage geeignet?
Für die Schweißdrüsenabsaugung und Schweißdrüsen-Saugkürettage kommen besonders Patienten mit primär Hyperhidrose in Frage, bei denen keine sonstigen Erkrankungen als Ursache für die verstärkte Schweißbildung bekannt oder wahrscheinlich sind. Nur unter Umständen kann ein nachhaltiger und zufrieden stellender Erfolg erreicht werden. Diese Methode ist bei Ihnen vorgesehen, da sie den derzeit besten Kompromiss zwischen Radikalität und Sicherheit bietet. Ausserdem ist sie unkompliziert in örtlicher Betäubung und in kurzer Zeit durchführbar.
Ziele und Wirkungen der WAL / Wasserstrahl-assistierten Schweißdrüsenabsaugung / Schweißdrüsen-Saugkürettage:
Unabhängig von der Ursache sollen die Schweißdrüsen in ihrer Funktionsfähigkeit so beeinflusst werden, dass keine übermässige Schweißbildung mehr stattfindet. Darüber hinaus gelten weitere Forderungen:
- Die Maßnahme soll möglichst dauerhaft sein
- Die Handlungs- und Bewegungsfähigkeit soll schnell wieder hergestellt sein
- Der Eingriff soll risikoarm sein
- Der Eingriff soll ambulant durchführbar sein
- Der Eingriff soll in örtlicher Betäubung durchführbar sein
Darum empfiehlt sich die moderne WAL / Wasserstrahl-assistierte Schweißdrüsenabsaugung.
Dieser Forderungskatalog wird derzeit am besten von der bei uns durchgeführten Wasserstrahl-assistierten Saugkürettage / WAL / Wasserstrahl-assistierten Schweißdrüsenabsaugung / erfüllt.
Mit der Operation werden die abgesaugten Schweißdrüsen endgültig entfernt. Die verbliebenen Drüsen können jedoch weiterhin Schweiß produzieren - ggf. auch in störendem Ausmaß. Es kann also keine Garantie für eine vollständige Ausschaltung der Schweißaktivität gegeben werden. Ein gewisses Maß an Schweißbildung ist allerdings auch normal. Dies gilt natürlich besonders in Belastungssituationen.
Bei massiver Schweißdrüsenansammlung auf kleiner Fläche muss ggf. in 2 Sitzungen vorgegangen werden. Auch kann es notwendig sein, an der gleichen Stelle mehrfach eine WAL / Wasserstrahl-assistierte Schweißdrüsenabsaugung durch zu führen. Hintergrund hierfür ist die Beobachtung, dass bei einer einmaligen, schonenden Absaugung ca. 70% - 80% der Schweißproduktion zum Erliegen gebracht werden. Die verbleibende Aktivität kann unter Umständen immer noch störend sein, so dass dann ein 2. Eingriff nötig wird. Auch dann ist aber nicht unbedingt eine komplette Trockenheit zu erzielen.
Vorteile des Wasserstrahl-Verfahrens / WAL / Wasserstrahl-assistierte Schweißdrüsenabsaugung
- Der Patient ist während der gesamten Operation wach und kann die Arme bewegen
- Geringer Blutverlust ohne Kreislaufbelastung
- Keine bedrohlichen Flüssigkeits- und Elektrolytverschiebungen
- Geringe Beeinträchtigung nach der Operation durch lang anhaltende Schmerzausschaltung
- Der Eingriff kann vollständig ambulant durchgeführt werden
- Das Thrombose- und Embolierisiko ist sehr gering
- Keine typischen Risiken wie bei Vollnarkosen
- Präzise Arbeitsmöglichkeiten durch geringe Schwellung
- Kurze Operationszeit
- Wenig Restflüssigkeit verbleibt im Körper
- Geringe Medikamentenbelastung
- Schnelle Erholung
nach einer WAL / Wasserstrahl-assistierten Schweißdrüsenabsaugung / Saugkürettage.






