männer laserepilation

Langfristige Wirksamkeit der Haarreduktion durch Laserbehandlung

Ein Bericht über die Anwendung des langgepulsten Alexandrite-Lasers zur Haarreduktion

Abriß

Hintergrund
Die laserunterstützte Haarentfernung hat in der medizinischen Gemeinschaft Akzeptanz gefunden, und die langfristige Wirksamkeit und Sicherheit dieses Epilationsverfahrens sind anerkannt worden.

Ziel
Zweck dieser Studie war die Bestimmung der langfristigen Wirksamkeit der Epilation unter Verwendung eines langgepulsten Alexandrite-Lasers.

Verfahren
29 Probanden im Alter zwischen 16 und 63 Jahren (mittleres Alter = 36) nahmen für einen Zeitraum von 1,5 Jahren an einer in zwei klinischen Zentren durchgeführten Studie über Haarentfernung teil. Insgesamt wurden 30 kosmetische Stellen (15 x Leistengegend, 5 x Kopf (allgemeine) 2 x Kinn, 2 x Lippen und 5 x verschiedene andere Stellen) behandelt. Jede kosmetische Stelle wurden zwischen 1 und 7 Mal behandelt (mittlerer Wert = 4 Behandlungen). Dabei waren die Haupttypen von I bis IV vertreten. Die Probanden wurden mit dem langgepulsten Alexandrite-Laser der Fa. Cynosure mit einer Wellenlänge von 755 nm behandelt: Einzelpuls mit minimaler Überlappung, 10 mm Spotgröße, 20 ms Plusweite, Fluenzbereich zwischen 19,8 und 28,0 J/cm. Eine objektive Blindauswertung der Haarzählungen wurde in einem Zeitraum zwischen 6 und 28 Monaten nach der letzten Behandlung durchgeführt (mittlerer Zeitraum = 14,4 Monate).

Ergebnisse
Eine objektive Auswertung zeigte, daß die Studiengruppe insgesamt nach durchschnittlich 14,4 Monaten nach der letzten Behandlung eine durchschnittliche Haarreduktion von 79,3% aufwies. Sämtliche Gegenwirkungen, die während der Studie gemeldet wurden, waren vorübergehender und geringfügiger Art.

Schlußfolgerung
Der langgepulste Alexandrite-Laser stellt ein sicheres und effektives Mittel zur langfristigen Haarreduktion dar, soweit er nach Maßgabe der empfohlenen Richtlinien zur Anwendung kommt.

Hintergrund

Das Wachstum von Haaren an unerwünschten Körperstellen kann für viele problematisch sein. In diesem Zusammenhang wurde die Anwendung von Lasern zur Haarreduktion als durchführbares Behandlungsverfahren entdeckt. Haarentfernungsbehandlungen sind infolge der Anwesenheit von Melanin in der Epidermis und dem Haarfollikel kompliziert. Die Lasergeräte von Cynosure bieten durch die Verwendung einer Erweiterung der Theorie der selektiven Photothermolyse eine Lösung zu diesem komplizierten Gegenstand an: die thermokinetische Selektivität (TKS). Die TKS-Theorie basiert auf der Tatsache, daß große Behandlungsflächen die Wärme länger halten als kleine, was wiederum auf das Verhältnis zwischen Volumen und Oberfläche zurückzuführen ist. Bei TKS-Behandlungen unter Verwendung einer Pulsweite zwischen 10 ms und 40 ms wird die beabsichtigte große Behandlungsfläche (Haarfollikel) erwärmt und vernichtet, während die kleine Nebenbehandlungsfläche (die Epidermis) kalt und unbeeinträchtigt bleibt. Diese Studie untersucht die langfristige Harrreduktion durch Anwendung des langgepulsten Alexandrite-Lasers der Fa. Cynosure.

Materialien und Verfahren

Zur Auswertung der langfristigen Wirksamkeit des langgepulsten Alexandrite-Lasers von Cynosure zur Haarentfernung schrieben sich 29 Probanden für zwei klinische Zentren ein. Ihr durchschnittliches Alter belief sich auf 36 Jahre (Altersbereich zwischen 16 und 63 Jahren). An Hauttypen nach Fitzpatrick waren vertreten: vier Typen I, zwölf Typen II, elf Typen III, drei Typen IV. Die Haarfarbenverteilung war: schwarz (15) und braun (14).

Die 30 kosmetischen Studienstellen umfaßten Leistengegend (15), Kopf allgemein (5), Kinn (3), Oberlippen (2), Bein, Unterleib, Rücken, Achselhöhle und Brust. 28 Probanden waren weiblich, ein Proband war männlich. Die standardmäßigen mit Lasertherapie verbundenen Vorsichtsmaßnahmen bei der Vorbehandlung wurden eingehalten.

Die Ärzte bestimmten die Betriebsparameter (Fluenz und Anzahl der Behandlungen), die zur Erzielung einer optimalen Haarreduktion erforderlich waren. Eine Spotgröße von 10 mm und eine Pulsweite von 20 ms war bei allen Behandlungen der Standard. Ärzteauswertungsformulare wurden ausgefüllt, einschließlich Laserparametern, Identität der Probanden, Datum, Behandlungsort, Komplikationen und Kommentar des Arztes. Vor jeder Behandlung wurde die Behandlungsstelle unter Anwendung standardisierter Fotosets (f-Stop, Verschlußgeschwindigkeit, Filmtyp und Empfindlichkeit) fotografiert. Die auf diesen Fotografien basierenden Haarzählungen stellten für jede Stelle der Studie den Ausgangspunkt dar.

Die 29 Probanden wurden zwischen 1 und 7 Malen behandelt (Durchschnitt: 4,1 Behandlungen). Eine minimale Überlappung von ca. 10% wurde aufrechterhalten. Die Fluenzen lagen im Bereich von 19,8 bis 28 J/qcm, die durchschnittliche Behandlungsfluenz war 22,7 J/qcm.

Durchschnittliche Haarreduktion

15%: 4 Probanden / 0-49%ige Reduktion
18%: 5 Probanden / 50-74%ige Reduktion
22%: 6 Probanden / 75-99% Reduktion
44%: 12 Probanden / 100%ige Reduktion

Die Behandlungen waren beendet, wenn die Haarreduktion an den Behandlungsstellen nach Ansicht von Arzt und Patient hinreichend war. Die Probanden unterzogen sich mindestens zwei Folgeauswertungen, die 6 Monate oder länger nach der letzten Behandlung vorgenommen wurden. Bei jeder Folgeauswertung wurden Fotografien aufgenommen und Komplikationen schriftlich festgehalten.

Die Probanten wurden von einer externen Quelle unter Verwendung der Anfangs- und Folgefotografien zwecks Feststellung der Haarzählungen pro Behandlungsstelle ausgewertet. Als Zählverfahren wurde das Digital Image Editing auf der Adobe PhotoDeluxe 3.0 Home Edition gewählt. Sämtliche Probanden wurden in bezug auf Haarzählungen vor der Behandlung, Anzahl der Behandlungen und Komplikationen in die statistische Analyse aufgenommen. Drei Probanden wurden aus Sektionen der Analyse ausgeschlossen (Haarzählungen nach der letzten Behandlung, prozentuale Haarreduktion und Haarzählung nach Ablauf von Monaten nach der letzten Behandlung), da keine hinreichenden Behandlungsfolgedaten vorlagen.

Die teilnehmenden Ärzte analysierten die Probandendaten individuell. Die zum Ergebnis beitragenden Faktoren wurden im Hinblick auf Wirkung oder Einfluß abgewogen. Die Studiendaten aus jedem klinischen Zentrum wurden in ein statistisches Programm eingegeben. Vorhersagbare Veränderliche und Co-Veränderliche wurden in bezug auf ihren Grad der Beeinflussung auf den erfolgreichen Endpunkt ausgewertet. In Anbetracht der Messungsarten und der zugrundeliegenden Verteilung wurden für die Analyse der Daten nicht-parametrische Werkzeuge verwendet.

Ergebnisse

Die im Zuge der Studie gemeldeten Komplikationen waren geringfügig und konnten noch vor Abschluß der Studie spontan gelöst werden. Sieben Probanden (24%) entwickelten eine vorübergehende Hyperpigmentierung. Nur ein Proband litt unter Purpura und Hautrötungen.

Probanden mit stabiler Haarreduktion:

Verteilung der Wirksamkeit (% Reduktion)

Anzahl der Probanden
14
12 Standardabweichung 21,09
10 Mittelwert: 84,6
8 N = 25
6
4
2
0
20 30 40 50 60 70 80 90 100
Reduktion in Prozent

Bei jedem Folgebesuch nach der letzten Behandlung wurden Fotografien aufgenommen. Um den Fortschritt bei jedem Probanden zu überprüfen, wurden die Haarzählungen unter Verwendung der Fotografien vorgenommen. Die durchschnittliche Haarreduktion lag bei Einbeziehung aller Probanden bei 79,3%. Die Mehrheit der Probanden, nämlich 66%, erreichten eine Haarreduktion von 75% oder mehr. Zwecks Einzelheiten wird auf Abbildung 1 verwiesen. Die Auswertungsuntersuchungen nach der Behandlung erfolgten in einem Zeitraum von 6 - 28 Monaten und durchschnittlich 14,4 Monate nach der letzten Behandlung.

Bei fünfundzwanzig Studienteilnehmer (von 27) konnte eine langfristig stabile Haarreduktion erreicht werden. Die Probanden mit stabiler Haarreduktion (kein neues Haarwachstum) wiesen im Durchschnitt eine leicht höhere Haarreduktion auf als die Studiengruppe insgesamt; 84,6% ./. 79,3%.

Leistung als Funktion der Stichprobengröße:

Einzelproben-t-Test

Leistung
10
08
06
04
02
00
Anzahl der Fälle
Mittelwert: 85,0 ./. 75,0 SD = 21,1 Alpha = 0,10 Enden = 1

Diskussion

Gegenstand der Studie war die Auswertung der langfristigen Wirksamkeit der Haarwuchseliminierung mit dem langgepulsten Alexandrite-Laser. Um das gewünschte Endziel der vollständigen Haarbeseitigung zu erzielen, legten die teilnehmenden Ärzte individuelle Behandlungsziele auf der Grundlage ihrer klinischen Erfahrungen fest. Somit repräsentiert diese Studie auch die Ergebnisse, die durch allgemeine Laser-Haarbeseitigungspraktiken erzielt worden wären.

Im allgemeinen wurden bei allen Studienteilnehmern hervorragende Ergebnisse erzielt. Übereinstimmend mit anderen Studien stellte sich heraus, daß schwarzes und braunes Haar am besten auf die Lasertherapie reagieren. Feine oder dünne Haare wie beispielsweise auf der Brust, am Backenbart sowie in der Nackenregion reagierten nicht so gut wie gröbere oder dickere Haare, wie man sie in der Leisten- und Achselgegend findet.

Um festzustellen, ob die Studienprobengröße statistisch signifikant ist, wurde eine Leistungsstudie durchgeführt. Mit "Leistung" wird der Anteil von Studien bezeichnet, der eine statistisch signifikante Wirkung (in dieser Studie die Haarreduktion) zum Ergebnis aufweist. Bei einer Stichprobengröße von 30 Studienorten weist die Leistungsstudie eine Leistung von 0,899 (89,9%) für ein Vertrauensniveau von 90% auf. Haarfarbe und Hauttyp nach Fitzpatrick erwiesen sich bezüglich der Auswirkungen auf das Behandlungsergebnis als statistisch nicht signifikant.

Vergleich der Wirksamkeiten nach Haarfarben

Reduktion in %

100
80
60 Maximum
40 Minimum
20 Mittelwert
0
Schwarz Braun
Haarfarbe

Die Beurteilung der langfristigen Haarreduktionswirksamkeit erfolgt anhand der Zählung stabiler Haare bei zwei aufeinanderfolgenden Besuchen nach der letzten Behandlung, wobei die Abstände zwischen letzter Behandlung und den betreffenden Besuchen sich auf jeweils über 6 Monate belaufen. Damit wird hinreichend viel Zeit eingeräumt, um an den betreffenden Körperstellen einen vollständigen neuen Haarwuchszyklus zu ermöglichen.

Vergleich der Wirksamkeit nach Hauttypen

Reduktion in %

100
80
60 Maximum
40 Minimum
20 Mittelwert
0
1 2 3 4
Schwarz Braun
Hauttyp

Schlußfolgerung

Diese Studie hat die Wirksamkeit des langgepulsten Alexandrite-Lasers der Fa. Cynosure in bezug auf langfristige Haarbeseitigung demonstriert. Haarfarbe und Haupttypen nach Fitzpatrick hatten keinen nennenswerten Einfluß auf die langfristigen Ergebnisse. Ein langfristig anhaltende Haarreduktion zeigte sich bei dreiundneunzig Prozent der untersuchten Probanden.

Referenzen

1. Grossman MC, Dierickx CC, Farinelli W., Flotte T., Anderson RR. Damage to hair follicles by normalmode ruby laser pulses. J Am Acad Dermatology 1996; 35:889-94.
2. Nanni CA, Alster TS, A practical review of laser-assisted hari removal using the Q-switched Nd:YAG, long-pulsed ruby, and long-pulsed alexandrite lasers. Dermatology Surg 1998; 24:1399-405.
3. Connolly CS, Paolini L. Study reveals successful removal of unwanted hair with LPIR laser. Cosmet Dermatology 1997; 10(12):38-40.