General-Anzeiger
Veröffentlichung vom 18. Mai 2009
Der General-Anzeiger portraitiert in einem ausführlichen Bericht das Angebot der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie im Bonner Raum. Dort wird Clinic im Centrum durch Dr. Stefan Schill / die Nofretete-Klinik vertreten, als Expertin für den Markt der Schönheitschirurgie kommt außerdem CiC-Geschäftsführerin Elke Schwiegel zu Wort.
Ein schönes Geschäft
In Bonn werben gleich mehrere Kliniken, die der Natur nachhelfen wollen
BONN. Wenn der Personalchef im krisengeschüttelten Unternehmen
seine Runde dreht, heißt es immer schön lächeln. Falten, schiefe Zähne
und Triefaugen sind zu verbergen. Denn Schönheit ist ein Karrieremotor.
Eine Umfrage unter 1300 Personalchefs ergab, dass 90 Prozent von ihnen
attraktiven Stellenbewerbern eher den Vorschlag geben würden.
Die Bonner Schönheitskliniken spüren wenig von der Wirtschaftskrise. Im
Gegenteil: „Viele Menschen investieren jetzt in sich selbst“, erklärt
sich Alina Fratila von der Jungbrunnen-Klinik die gute Nachfrage.
Mancher lässt sich die Botox-Behandlung, bei der der Arzt mit Nervengift
einzelne Gesichtsmuskeln lähmt und so rund um die Augen einige Monate
für Faltenfreiheit sorgt, mehrere hundert Euro kosten.
Kunden sind dabei längst nicht mehr nur Frauen: Laut Werner Moser,
Geschäftsführer der Lengsdorfer Moser-Klinik, steigt die Nachfrage der
Männer nach Fettabsaugen, Korrektur einer vergrößerten Brust oder
Eigenhaarverpflanzung. Bei Nasen-Operationen halten sich Männer und
Frauen sogar die Waage.
700 000 Eingriffe zählt die Deutsche Gesellschaft der plastischen,
rekonstruktiven und ästhetischen Chirurgen im Jahr, davon hat ein
Viertel ästhetische Gründe. Über 700 plastische Chirurgen gibt es in
Deutschland, „und Jahr für Jahr werden es mehr“, sagt
Verbands-Sprecherin Kerstin van Ark. Medizinstudenten müssen sich bis
zum plastischen Chirurgen sechs weitere Jahre lang ausbilden lassen.
Doch das lohnt sich, denn das Geschäft mit der Schönheit ist
massentauglich. „Es lassen sich nicht mehr nur die oberen Zehntausend
behandeln“, bestätigt Siepe, Handchirurg aus dem Bonner Zentrum, und
preist manchen Eingriff sogar als gesundheitlich vorbeugend.
„Beruf und soziales Umfeld unserer Patienten sind bunt gemischt“, teilt
Elke Schwiegel für Clinic im Centrum (CiC), eine Kooperation von
bundesweit 37 Fachärzten, mit. In Bonn vertritt CiC Stefan Schill von
der Nofretete-Klinik. Ärzte wie er operieren oft Hausfrauen, Mütter, die
ihren durch Schwangerschaften strapazierten Bauch straffen lassen.
Bei Jungbrunnen-Chefin Alina Fratila kann die Wartezeit wegen des regen
Betriebs schon mal vier Monate dauern. Dem Erfolg hilft eine
Mischkalkulation mit rein ästhetischen und medizinisch notwendigen
Operationen auf die Sprünge, verrät sie. „Bei mancher Operation zahle
ich drauf.“ Doch oft fragen diejenigen, die sich Hauttumoren entfernen
lassen, in der Sprechstunde neugierig nach weiteren Angeboten der
Klinik. 20 000 Patienten haben Fratilas Einrichtung seit 1995
durchlaufen. Heute besteht das Team aus 19 Mitarbeitern, darunter
Fachärzte, Krankenschwestern und Kosmetikerinnen.
„Viele Männer schicken noch ihre Frauen vor, sind selbst aber viel
offener geworden für OPs“, berichtet Hermann Kagerer für die
Elisees-Kliniken in Bad Godesberg. Allgemein seien Fettabsaugungen,
Brustkorrekturen oder Haut-Laserbehandlungen beliebt.
Die Nofretete-Klinik in Godesberg wirbt auch mit Po-Vergrößerung und
Penis-Verlängerung. Klaus Walgenbach operiert an der Uni-Klinik jährlich
200 Patienten. „Ich mache viele Brüste, Körperformung und Lidstraffung.“
Von „komplizierten Nasen“ dagegen lässt er die Finger, „das überlasse
ich anderen Spezialisten“. Für seine Skalpellkunst reisen Patienten aus
dem Ausland an, einige sogar aus dem arabischen Raum.
Laut GÄCD (Gesellschaft für ästhetische Chirurgie Deutschland) ist vor
allem die Faltenbehandlung ein Renner am Schönheits-Markt: 2008
berichtete der Verband von 93 600 Behandlungen bei Frauen, während die
Männer sich über
4 600 Mal für eine Korrektur erschlaffter Augenlider und Tränensäcke
unter das Messer legten. Die GÄCD schätzt, dass die Deutschen jährlich
550 Millionen Euro auf dem OP-Tisch lassen, weitere 30 Millionen Euro
lassen Falten verschwinden.






