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Schlanke Frauenbeine in schwarzer Nylonstrumpfhose mit grobem Muster.

Krampfaderoperation

Exkurs: Das menschliche Venensystem

Im menschlichen Körper gibt es zwei verschiedene Formen von Adern: Arterien und Venen. Arterien haben die Aufgabe, das sauerstoffreiche Blut vom Herzen zu den Organen hin zu transportieren, während Venen dafür zuständig sind, das sauerstoffarme Blut von den Organen wieder zum Herzen zurück zu pumpen. 

Ärzte unterscheiden drei Arten von Venen:

  • oberflächliche, die nahe der Haut verlaufen

  • tiefe, die im Gewebe nahe der Knochen verlaufen

  • Verbindungsvenen, die das Blut von den oberflächlichen zu den tiefen weiterleiten

Die Beinvenen haben eine besonders anspruchsvolle Aufgabe: Wenn wir aufrecht stehen, befindet sich ein Großteil unseres Blutes in den Beinen. Von dort aus muss es entgegen der Schwerkraft zum Herzen zurückfließen.

Zwei Mechanismen unterstützen die Beinvenen dabei: Die Venenklappen und die so genannte Muskelpumpe.

Die Muskelpumpe wird aktiv, wenn wir die Beine bewegen: Die Beinmuskeln ziehen sich zusammen und entspannen sich wieder, wobei sie gegen die zwischen den Muskeln verlaufenden Venen drücken. Dieser Druck sorgt dafür, dass das Blut nach oben zum Herzen gepumpt wird.

Die Venenklappen funktionieren ähnlich wie Ventile: Nachdem das Blut sie passiert hat, schließen sie sich und verhindern so, dass das Blut wieder zurückfließen kann.  Wie viele Venenklappen sich in einer Vene befinden, ist dabei unterschiedlich: In jeder Vene sitzen zwischen zwei und 20 Venenklappen.

Frau in weißer Jeans und schwarzem BH sitzt auf hellem Boden vor hellem Hintergrund

Gründe für eine Krampfaderoperation

Ursachen von Krampfadern und Venenschwäche

Krampfadern entstehen aufgrund der nachlassenden Elastizität der Gefäßwände beziehungsweise Schädigungen der Venenklappen.

Die Venenklappen sind dafür zuständig, dass das Blut wieder nach oben Richtung Herz zurückfließt. Arbeiten sie nicht mehr richtig, versackt das Blut in den Beinen – insbesondere bei Bewegungsmangel und langem Stehen.

Die Elastizität der Gefäßwände kann aufgrund einer erblich bedingten Venenschwäche (Veneninsuffizienz) sowie weiterer Risikofaktoren (zum Beispiel Rauchen, viele Schwangerschaften, hohes Alter oder Übergewicht) beeinträchtigt sein. Bisweilen kommt es vor, dass bereits 20-Jährige unter Krampfadern leiden. Eine häufige Ursache ist Bewegungsmangel, der Varizen zu einer regelrechten Volkskrankheit macht.

Krankheitsverlauf bei Varizen und Besenreisern

Mediziner teilen den Krankheitsverlauf bei Krampfadern und Besenreisern in verschiedene Stadien ein.

Im Anfangsstadium verursachen Krampfadern keinerlei Beschwerden, sondern stellen ein rein ästhetisches Problem dar.

Im zweiten Stadium bemerken die Patienten, dass ihre Beine schnell müde und schwer werden. Es treten Spannungsgefühle und bisweilen auch Juckreiz auf, was sich beides im Liegen und nachts verbessert.  Später kommen vor allem abendliche Wasseransammlungen (Ödeme) in den Beinen hinzu. Zugleich können sich Stauungsekzeme bilden und die Haut wird dünner. Es entstehen schnell Verletzungen, die aber noch heilen.

Im dritten Stadium können offene Beingeschwüre entstehen. Diese resultieren aus einer Sauerstoff-Unterversorgung des Gewebes. Aufgrund der schlechten Durchblutung heilen diese Geschwüre nur schlecht.

Auch Venenentzündungen treten bei Patienten mit Varizen häufig auf: Aufgrund des chronischen Blutstaus kommt es rasch zu Entzündungen der Gefäßwände. Dort können schlimmstenfalls Thrombosen entstehen. Löst sich eine solche Thrombose und wird sie beispielsweise Richtung Lunge geschwemmt, droht eine lebensgefährliche Lungenembolie.

Nicht zuletzt aus diesem Grund kann es sinnvoll sein, eine Krampfaderoperation durchführen zu lassen.

Konservative Behandlung von Varizen

Sind Krampfadern erst mal da, gibt es außer einer Entfernung keine Möglichkeit, sie zum Verschwinden zu bringen. Folgende konservative Therapien können jedoch Symptome wie Schmerzen und schwere Beine lindern.

  • Kompressionsstrümpfe tragen: Kompressionsstrümpfe sind besonders enge Strümpfe, die einen gewissen Druck auf die Waden ausüben und so das schwache Venensystem unterstützen. Die Venenklappen schließen sich leichter, Wassereinlagerungen (Ödeme) werden abgebaut. Wichtig ist, mit den Kompressionsstrümpfen möglichst in Bewegung zu bleiben. Weiterhin sollten die Strümpfe sehr genau passen. Ideal sind Maßanfertigungen.

  • Medikamente: Es gibt leider keine Medikamente, die Krampfadern heilen können. Einigen Präparaten mit Rosskastanie, Steinklee oder Mäusedorn wird allerdings ein vorbeugender beziehungsweise lindernder Effekt zugeschrieben. Sie stärken die Venenwand von innen und verhindern so, dass Wasser ins Gewebe austritt und es zu Schwellungen kommt. Weiterhin können entwässernde Medikamente dabei helfen, bereits bestehende Ödeme abzubauen.

  • Physiotherapie: Mithilfe gezielter Massagen ist es möglich, die Zunahme von Varizen zu verhindern. Die Massagen können sowohl manuell als auch mithilfe von Überdruckmanschetten durchgeführt werden. Auch Training wie beispielsweise Wassergymnastik kann den Verlauf positiv beeinflussen und eventuell bestehende Beschwerden lindern.

Leider ist keine dieser Therapiemöglichkeiten in der Lage, Krampfadern zu entfernen oder ihr Erscheinungsbild zu mildern. Dies kann nur eine Krampfaderoperation oder eine äquivalente minimalinvasive Behandlung wie beispielweise eine Verödung.

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